Evangelium-vom-Tag.de

Tägliche Betrachtung zu den liturgischen Tageslesungen.
(Ein kleines Projekt zur Neuevangelisierung - nicht nur im Jahr des Glaubens)
Das Angebot richtet sich an Menschen, die dem Wort Gottes eine angemessene, längere Zeit widmen möchten - es ist also kein schnelles "Mc-Evangelium" im "Fastfood-Trend", sondern will zu intensivem Betrachten anregen. Die Gedanken hier sind dabei nur anfanghafte Impulse zum tieferen Eintauchen in den Reichtum des Wortes Gottes.
Gottes Segen allen Besuchern.

Auf vielfache Bitten hin haben nun die Vorbereitungen begonnen, die fortlaufenden Betrachtungen in Buchform zu fassen und für den Druck aufzubereiten. Aus Urheberrechtsgründen sind daher nur nur noch Leseproben hier veröffentlicht. Voraussichtliches Erscheinungsdatum des ersten Bandes ist noch nicht festgesetzt.

Dienstag, 21. Mai 2013

Pause

Verschiedene Umstände erfordern ein Aussetzen bei Evangelium-vom-Tag.de

In absehbarer Zeit wird es vorerst leider nicht möglich sein, die Betrachtungsreihe weiter zu führen. 

Eine gedruckte Buchversion ist in Arbeit, das Erscheinungsdatum aber noch nicht festgesetzt.

Im Gebet und in der Mitfeier der täglichen Liturgie verbunden,
herzliche Segensgrüße, und eine gesegnete Zeit,

M. Voss 

Eine Lese-Empfehlung im Stil von Evangelium-vom-Tag.de:
Das Buch "Die heiligste Eucharistie, Himmel auf Erden"
Leseprobe HIER.




Samstag, 18. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Samstag

Frei ist, wer allein an Gott gebunden 

Bild: Public domain:Jacek Andrzej Rossakiewicz,
The Prayer of Jesus, 1990 oil on canvas

7. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 28, 16-20.30-31
Antwortpsalm: Ps 11 (10), 4.5 u. 7 (R: vgl. 7b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 21, 20-25
Direkt zum      Schott-Messbuch

Paulus ist in der heutigen Lesung bereits als Gefangener in Rom angekommen. Was für eine Geduld. Was für eine Fähigkeit in allem die Gnade zu sehen und heraus zu holen. Paulus ist zwar gefangen, darf jedoch in einer Mietwohnung wohnen und wir "nur" bewacht. Er betrachtet die Umstände positiv, "um der Hoffnung Israels willen" und trägt in diesem Sinn freiwillig die Fesseln. 
Paulus ist kein Klagender oder Anklagender, sondern ein Hoffnungsträger.
Sind wir Hoffnungsträger? 
Sind wir Hoffnungsträger für die Kirche, für das Evangelium Christi? 
Sind wir Hoffnungsträger für die Verkündigung der Erlösung?
Sind wir bereit, lieber uns selbst in "Fesseln" zu begeben und sogar Unrecht zu erfahren, ... aus Liebe zur Kirche Gottes, aus Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern, unseren Hirten und Lehrern - weil uns die Liebe Gottes dazu antreibt?
Der Apostel sieht über den Augenblick hinaus und erhofft für sein Volk die Erlösung, die "Erkenntnis Christi", die Vollendung der Verheißung Gottes an seinem auserwählten Volk. Er sagt dazu an anderer Stelle: "Ja noch mehr: ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen." (Phil 3,8)
Zwei Jahre lang ist er in dieser seltsamen Lage in seiner "Mietwohnung": Gefangen und doch in Christus frei, gebunden und doch nicht gefesselt. Alle, die zu ihm kamen, nahm er auf und "er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor." 
Das ist seine Freiheit, die ihm wichtig ist. Ist das auch die Freiheit, die wir im Alltag finden können, weil wir immer nach dem Auftrag Gottes ausblicken und jede Gelegenheit mit der ihr eigenen "Gnade des Augenblicks" nutzen?        

Freitag, 17. Mai 2013

7. Wo. der Osterzeit - Freitag

"Festus-Weisheit"

Grafik © Michaela Voss

7. Woche der Osterzeit - Freitag

1. Lesung:       Apg 25, 13-21
Antwortpsalm: Ps 103 (102), 1-2.11-12.19-20b (R: 19a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 21, 1.15-19
Direkt zum      Schott-Messbuch

In der heutigen Lesung sehen wir, wie Paulus als "Überbleibsel" eines untentschlossenen Statthalters (Felix) einfach als Gefangener "weitergereicht" wurde. Die Betonung der korrekten Vorgehensweise der römischen Behörden steht hier entgegen der willkürlichen und offensichtlich auch nicht durchschaubaren Anklagen durch die jüdischen Verantwortlichen. "ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen." Das ist eine Aussage, die doch nachdenklich machen will.
Wenn selbst eine weltliche Macht so viel Anstand und Rechtsverständnis besitzt, dass ein vorschnelles Urteil aufgrund von "Hören-Sagen" nicht anerkannt wird, wie viel mehr müsste dann dies im geistlichen Sinne gelten? 
Ist es nicht so, dass wir selbst uns gerne anmaßen, über Alles, Jeden und Jedes schnell zu urteilen, ohne uns ernsthaft und mit Klugheit zuerst einmal ein gesamtes Bild zu verschaffen und auch die Verteidigung zu erwägen?

"Im Zweifelsfall für den Angeklagten" - gilt das auch für unsere "geistlichen Richtersprüche" die uns - nebenbei gesagt - oft nicht einmal zustehen?
Es ist ein bemerkenswertes Wort, wenn wir vom Statthalter hören: "Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen." 
Hier spricht nicht der Heilige, der Apostel, sondern ein weiser Welt-Mann, von dem wir jedoch geistlich sehr viel lernen können. 

Können wir in innerer Größe die Demut (den Mut zur Wahrheit) aufbringen, in Erwägung zu ziehen, dass wir uns in vielen Situationen eigentlich "nicht auf die Untersuchung dieser Dinge verstehen" - und nachfragen müssten? 
Wie viele "Angeklagte" stehen im Laufe jeden Tages vor unserem Urteilsspruch? 

Donnerstag, 16. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Donnerstag

Einheit in Gottes Namen 

7. Woche der Osterzeit - Donnerstag

1. Lesung:       Apg 22, 30; 23, 6-11
Antwortpsalm: Ps 16 (15), 2 u. 5.7-8.9-11a (R: vgl. 1)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 17, 20-26
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Die heutige Lesung ist hoch interessant, denn Paulus erweist sich als kluger Angeklagter. Wenn man bedenkt, dass er hier eigentlich vor Gericht steht und dass man ihm nach dem Leben trachtet, erstaunt doch, wie er agiert. 
Seine Verteidigung besteht weniger in einer direkten Verfechtung seiner persönlichen Rechte, als vielmehr in immer neuer Verkündigung und Nutzung jeder Gelegenheit, von der Auferstehung Christi Zeugnis abzulegen. 
Die Ankläger scheinen sich einig zu sein, solange sie ein gemeinsames Feindbild haben. In der Anklage Anderer finden sogar völlig zerstrittene Parteien zu einer "trauten Einigkeit", die jedoch nur solange aufrechterhalten werden kann, als es um Dinge geht, die nichts mit der eigenen Wirklichkeit zu tun haben. 
Das ist das blinde Prinzip vom steuerbaren Mob, der nur ein gemeinsames Feindbild braucht, um völlig haltlos loszustürzen und unkontrollierbar zerstörerisch in der Macht dieses zweifelhaften Bündnisses agiert. Schreckliche Beispiele sind hierfür etwa die Politik des 3. Reiches, die unterschiedlichste Fraktionen der Bevölkerung zu einer unfassbaren, blinden Grausamkeit vereinte. Auch das Mobbing in Schule und Beruf kennt solche Dynamiken, die unterschiedlichste Gruppen im Hass vereinen. 
Diese Eigendynamik lebt ganze aus dem Vorbild der Hölle - in Haß und Zerstörungswut, in Egoismus und Selbstverherrlichung, in ewigem Neid und grausamer Verkrümmung in sich selbst ... und die einzige Einigkeit besteht darin, dass man z.B. Gott und den heiligen Dienst in der Hingabe des ewigen "DU" mit tödlicher Gemeinsamkeit bekämpft.

Solange man nicht selbst in Frage steht, sondern andere in Frage stellen kann, besteht schnell eine dunkle, zerbrechliche Einigkeit in dieser Welt. Ob in Politik, Familie oder Kirche, ... überall ist dieses Phänomen zu beobachten. Solange man "gegen" Etwas oder Jemanden vorgehen kann, finden sich sogar dort Gemeinsamkeiten, wo sonst die vorhandenen Gegensätze kaum größer und trennender sein könnten. Sobald jedoch dann das "gemeinsame Feindbild" stürzt und der Blick in die eigenen Reihen geht, ist genau das Szenario vorprogrammiert, das wir heute in der Lesung sehen: Streit, Geschrei und wahre "Zerreißproben". 
Solange man z.B. gegen den Papst sein kann, fällt kaum auf, wie gespalten und zerstritten die "Individualisten" sind. 
Solange man "GEGEN" ... sein kann, ist kaum von Bedeutung, dass man selbst unlauter, hinterfragbar und gespalten ist. 

Mittwoch, 15. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Mittwoch

Geheiligt im Wort 

7. Woche der Osterzeit - Mittwoch


1. Lesung:       Apg 20, 28-38
Antwortpsalm: Ps 68 (67), 29-30au. 30bu. 32b.33-34.35-36 (R: 33a.b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 17, 6a.11b-19
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Paulus ist nicht "blauäugig" und seine innere Freiheit beruht nicht auf einem blinden, dümmlichen "Optimismus". In aller Klarheit stellt er sich der Realität, die ihn mit Schmerz erfüllt und sein Lebensopfer weit über den Augenblick hinaus einfordert. Er sieht, dass alles, wofür er sich bis zum Letzten eingesetzt hat, ... der Zerreißprobe von Irrlehre, Rebellion, Spaltung etc. preisgegeben sein wird. "Tag und Nacht, unter Tränen ..." und er weiß, dass dies nicht ausreicht, um die geliebten Brüder und Schwestern im Glauben völlig sicher bestärkt zu haben. Er ist sich bewusst, dass spätestens nach seinem Weggang, der im Plan Gottes liegt, schon bald die Kämpfe beginnen werden, in denen er in gewisser Weise völlig hilflos nicht mehr persönlich eingreifen kann. 

Wenn wir das mit unserem Leben, der Kirche, der Familie vergleichen, dann können wir schnell nachempfinden, was für ein Schwert da durch das Herz des Völkerapostels drang!
Wenn man alles gegeben hat, wenn man für die Kirche, die Gemeinde, für die Kinder, für die geliebten Menschen ... wirklich alles getan hat, was möglich war, ... und dann doch zuschauen muss, wie alles "den Bach hinunter" zu gehen scheint und es den zerstörerischen Einflüssen der Welt so leicht zu fallen scheint, einfach zu zerreißen, was wir mit dem Herzblut der Liebe gehegt und gepflegt haben, ... dann erahnen wir, wovon Paulus heute spricht.
Wie viele Eltern haben wie der Apostel ihren Kindern mit Hingabe und vielen unerkannten, verborgenen Opfern und Tränen im Herzen versucht, die Liebe zu Gott ins Herz zu pflanzen, ihnen die Maßstäbe Gottes zu vermitteln, ihnen eine Grundlage für ein gutes Leben mitzugeben! Und dann - dann müssen sie zusehen, wie die "Wölfe" des Konsums, der Spaßgesellschaft, des Mainstream, der verfallenden Moral und niedergehenden Kultur unserer Gesellschaft alles zerstören und es keine Schonung gibt.
Wie viele Priester haben wie der Apostel den ihnen anvertrauten Menschen unter größtem Einsatz, mit der Hingabe ihres ganzen Lebens ... das Evangelium verkündet, versucht, die Liebe zu Gott und den Sakramenten zu vermitteln, ... und müssen dann zusehen, wie man alles einstampft, alles zerredet, kritisiert und den "Wölfen" der modernen, weltgebundenen Meinungen unterwirft und die kostbare Gnade verspielt.
Wie viele Beispiele ließen sich hier finden. 
Paulus ist hier ein großartiger Lehrer, wenn es darum geht, mit der Realität der Freiheit der Menschen umzugehen. Wie es einem echten Apostel entspricht, blickt er im Herzen auf seinen Herrn und Meister und folgt Gottes Weisheit und Größe.
Er hat nicht schon vorher resigniert und gesagt, dass es sich doch dann kaum lohnen würde, die ganze Wahrheit zu verkünden, so viel Schmerz und Not auf sich zu nehmen, sich so vielen Gefahren und der Verfolgung auszusetzen. 

Samstag, 4. Mai 2013

5. Wo. Osterzeit - Samstag

 Zur rechten Zeit - am rechten Ort

5. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 16, 1-10
Antwortpsalm: Ps 100 (99), 2-3.4-5 (R: vgl. 1)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 15, 18-21
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In der heutigen Lesung hören wir u.A., dass es den Aposteln "vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden," 
Es ist ein Geheimnis Gottes, dass es eine "rechte Zeit" und einen "rechten Ort" und ein "zur rechten Zeit  - am rechten Ort" gibt und dass es in Gottes Plänen keine Pauschalität und Vereinheitlichung gibt.
Da regt sich in uns doch gerne die Rebellion. 


  • Warum sollten sie denn eigentlich nicht dorthin gehen? 
  • Ist das wirklich Gottes Geist, der verbietet, dass man das Evangelium in einer bestimmten Region verkünden soll? 
  • Haben die Leute in der Provinz Asien denn kein Recht darauf? Sind sie vielleicht benachteiligt? 
  • Werden da nicht "Randgruppen" gebildet und diskriminiert?
  • Gott kann doch nicht die Verkündigung dort verwehren wollen? 
  • Das ist doch total ungerecht. 
  • Das ist ist ja fast Diskriminierung einer Volkseinheit aufgrund geographischer Benachteiligung. ... Da muss man doch etwas dagegen unternehmen. Da müsste man doch hinterfragen dürfen, ob das wirklich Gottes Plan ist, denn Gott liebt doch alle Menschen, oder? 
  • Warum liebt er dieses Leute dann nicht und will ihnen die frohe Botschaft vorenthalten? 
  • Darf Gott das überhaupt: Einzelnen etwas verbieten, was alle anderen aber haben? ... 
  • Unzählige Fragen und vielleicht sogar Zorn und Trotz oder Ungehorsam könnten hier aufbrechen. 

Doch bei den Aposteln erkennen wir von all dem nichts. 
Sie haben im Heiligen Geist erkannt, dass Gott ihren Dienst dort nicht wünscht und gehen einfach dorthin, wo ihre Verkündigung Segen verheißt, weil Gott sie dorthin gehen lässt.
Dabei ist es nicht so, dass sich Gott der Provinz Asien verweigert hätte - es schien nur nicht der rechte Zeitpunkt, denn später wird von dort immer neu die Rede sein. 

Manchmal braucht es ein weises Abwägen, wohin man geht bzw. wohin man JETZT nicht gehen soll. Wir haben schon oft die Kriterien betrachtet, auf die es dabei ankommt. 

Freitag, 26. April 2013

4. Wo. der Osterzeit - Samstag

Der VATER - verherrlicht im SOHN - in uns 

4. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 13, 44-52
Antwortpsalm: Ps 98 (97), 1.2-3b.3c-4 (R: vgl. 3cd)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 14, 7-14
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"Wie es war im Anfang, so auch jetzt ...", das sieht man heute deutlich an der Lesung aus der Apostelgeschichte. Es ist immer wieder das Gleiche: Eifersucht, Diskussionen, Beschimpfungen durch die Einen und doch auch Freude und Lobpreis Gottes in neuem Glauben bei den Anderen. Das Wort Gottes lässt sich nicht aufhalten, sondern verbreitet sich weiter. Wunderbar ist, dass hier geschrieben steht: "Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend." 

Es ist DAS WORT, das aus sich wirksam ist, das SICH verbreitet, denn es ist nicht nur irgendein Wort, sondern dahinter steht das EWIGE WORT mit aller Vollmacht und Herrlichkeit, mit seinem Sieg über Tod und Hölle und der lebenserweckenden Kraft Gottes, die alles überwindet. 
Wenn man diese Gnade des Wortes auch nur anfanghaft und ohne den eigenen, alles verzerrenden Anspruch auf Rechthaberei, auf Besserwisserei .. ansieht - muss man da nicht einfach voll Freude Gott loben und preisen, wie die Heiden? 

In ihnen finden das Wort Gottes und seine Wunder ein kostbares Echo und das Wort trägt sie gleichsam auf den Flügeln des Geistes hinein in die Freude des Himmels, der immer und überall die Liebe und das Erbarmen Gottes erkennt und ehrt.
Die "Frommen" und "Selbstgerechten" aber kennen hier nur Zorn aus Eifersucht, fürchten ihre Besitzansprüche und eigenen Ideen zu verlieren, suchen nach dem Schatten, ... und wollen Gott vom Thron stoßen, um selbst darauf Platz zu nehmen.

Es ist beinahe ein "Klassiker", wenn wir lesen, dass die "vornehmen Leute" aufgehetzt werden, denn wer weltliche und politische Macht besitzt, gilt als mächtig und als Sicherheit. 

4. Wo. Osterzeit - Freitag

Geistlicher "Routenplaner" 


4. Woche der Osterzeit - Freitag

1. Lesung:       Apg 13, 26-33
Antwortpsalm: Ps 2, 6-7.8-9.10-11 (R: 7bc)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 14, 1-6
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In der heutigen Lesung legt Paulus wieder die prophetischen Worte der Heiligen Schrift seiner Verkündigung des Evangeliums zugrunde.
Alles ist in Gottes Plan eingebunden und durch Gottes Gnade geheilt. Paulus sagt nicht, dass es richtig war, den Herrn ohne Grund zu töten ... er sagt jedoch, dass Gottes Gnade und Herrlichkeit das Tun des Menschen nicht nur überwindet und in der Auferstehung wandelt, sondern auch, dass er alles im Voraus verkündet hat, damit selbst die Sünde der Verherrlichung Gottes dienen muss, weil sie bereits erkannt war und doch die Gnade über sie triumphierte.
Wir stehen oft vor dem Rätsel, ob denn alles vorherbestimmt ist - dann wären wir ja unfrei und keine unserer Taten müsste dann von uns verantwortet werden. Gottes Allwissenheit und Allmacht bedeutet nicht, dass wir Marionetten sind, sondern dass er um jede mögliche Variante unserer Entscheidungen und deren weitreichende Folgen weiß - und die Macht besitzt, alles zu wandeln, wenn wir der Wandlungsgnade zustimmen und sich nichts seiner Allmacht entzieht. Nichts kann Gottes Herrlichkeit mindern - er jedoch will unsere Seligkeit mehren - in jeder denkbaren Situation - sofern wir der Gnade folgen.

Sonntag, 21. April 2013

4. Wo. Osterzeit - Montag

Gute Hirten oder Elektro-Zäune 

Bild Public domain

4. Woche der Osterzeit - Montag

1. Lesung:       Apg 11, 1-18
Antwortpsalm: Ps 42 (41); 2-3; Ps 43 (42), 3.4 (R: Ps 42 (41), 3a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 10, 1-10
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Wenn wir in der Lesung heute von Petrus hören, der Zeugnis von Gottes Erbarmen gibt, dann könnte uns klar werden, dass die Urgemeinde durchaus immer neu lernen durfte, dass Gottes Wege größer sind, als menschliche Interpretationen seiner Wege. Petrus musste die gewohnten Strukturen durchbrechen. Das Gesetz Gottes will sich in neuer Fülle offenbaren. 
Was hier jedoch sehr wichtig ist - nicht weil es seine eigene Idee war, weil er das jetzt einfach mal "machen" wollte, ... sondern weil Gott ihm diesen Weg aufgezeigt und ihn dazu aufgefordert hat. 
Eine unmittelbare Gotteserfahrung in Visionen scheint damals durchaus fast "normal" gewesen zu sein, denn mit einer eigentümlichen Selbstverständlichkeit wird hier davon gesprochen. Gott fordert Petrus auf, etwas zu tun, was ihm völlig gegen das Verständnis geht, weil es verlangt, was bisher nicht erlaubt war. Gott selbst erklärt und offenbart im Bild und Gleichnis seine Liebe über das erwählte Volk hinaus.
Dabei sind mehrere Aspekte interessant. Ein Engel Gottes hat den Hauptmann Cornelius beauftragt, Petrus zu sich zu rufen, um von ihm die Botschaft des Heiles zu empfangen. Damit ist Petrus in seiner Vorrangstellung und seiner Berufung als Apostel deutlich dargestellt. Er selbst wird durch Gott auf diese Aufgabe vorbereitet, indem Gott ihm die Prioritäten und die tiefere Wahrheit in der Vision und im Wort des Geistes offenbart.
Damit ist klar, dass hier die übernatürlichen Ereignisse und das Eingreifen Gottes in klarem Zusammenhang zur Berufung und zum Auftrag Gottes stehen, die dem Apostel eine besondere Position geben. Er wird ausgerüstet, um die neue Situation beurteilen zu können, um Gottes Willen zu tun, um Gottes Wort vollmächtig und ohne Furcht überall zu verkünden. Es entspricht nicht den Erwartungen des normalen Denkens - es entspricht der Weisheit Gottes. Die Autorität des Petrusamtes beinhaltet auch die Vollmacht in Gottes Plan neue Gesetze zu erkennen und sie umzusetzen.

Nun berufen sich heute viele "Visionäre" darauf, dass sie auch die Traditionen nur deshalb durchbrechen möchten, weil sie sich von Gott berufen fühlen, ... aber diese Lesung beschränkt sich nicht auf die Vision, sondern hier ist ein Kriterium zu finden, das man auch heute anlegen darf und muss, wenn es um "Erneuerung und Veränderung" im "Auftrag Gottes" geht, um den Heiligen Geist vom "eigenen Vogel" zu unterscheiden.

1. Der heilige Engel, der zum Hauptmann gesendet ist, verkündet ihm nicht das Evangelium, sondern verweist ihn auf Petrus! Das ist immens wichtig, denn hier offenbart sich die heilige Ordnung, die von Gott selbst geschaffen ist. 

Samstag, 20. April 2013

3. Wo. der Osterzeit - Samstag

Früchte, Reife und das Geheimnis der Liebe 

Karte © Michaela Voss www.agnus-dei-verlag.de

3. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 9, 31-42
Antwortpsalm: Ps 116 (115), 12-13.14-15.6-17 (R: 12)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 6, 60-69
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In der heutigen Lesung wird uns vom Fundament der Kirche Zeugnis gegeben: es ist die Hilfe des Heiligen Geistes, der wirkte, wo die Kirche Gottes in der Furcht vor dem Herrn lebte und in ihm gefestigt wurde. 
Wie kostbar ist dieses Zeugnis für uns heute und wie aktuell. Friede ist eine Frucht des Geistes, die im Heiligen Geist wirksam ist. Das bedeutet aber nicht, dass es immer nur "Frieden" nach außen geben muss, wie wir das fälschlicherweise oft denken. Der Friede Gottes ist mehr, als nur Gemütlichkeit! Der Friede Gottes kann im tiefsten Schmerz, im Kampf, in Not und Kreuz, im Ringen und im Alltagsmühen wirksam sein und all dies heiligen, wandeln und durchstrahlen, so dass wir in all diesen Dingen niemals den Blick auf Gott verlieren, sondern im Herrn gegründet sind und so alles überwinden. Diesen Frieden kann man nicht machen, nicht herbeidiskutieren, nicht zwingen, ... sondern erbitten und empfangen, denn er ist Gabe und Frucht des Geistes Gottes. 
Da er "Frucht" ist - steht er meist nicht gleich am Anfang, sondern als Frucht in Reife auch im geistlichen Leben. Wer glaubt, dass man immer schon die Früchte ernten und genießen kann, noch bevor das Samenkorn sich in die Erde senken lässt, bereit zum sterben ist, sich selbst hingibt, ... wer denkt, dass man nicht das Wachstum, die Pflege in Geduld, die nötigen Hilfen und "Beschneidungen", ... des Glaubens- und Lebensbaumes erst erfahren wird, ... sondern meint, dass man die Früchte von den Wurzeln erntet, oder dass die Früchte vor den Blüten zu ernten sind, ... der wird ständig neu enttäuscht sein.

Früchte brauchen Wachstum und Reife und die Frucht des Friedens wächst vor allem aus den Blüten der Opferbereitschaft und Hingabe im Gehorsam. 
In der Sonne der Liebe und Güte Gottes, getränkt vom Wasser der Gnade und des Erbarmens ... wächst der Friede im Herzen des Menschen als köstliche Frucht aus den Gaben des Heiligen Geistes in unserem Leben.

Samstag, 13. April 2013

2. Wo. der Osterzeit - Samstag

Zur rechten Zeit  

2. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 6, 1-7
Antwortpsalm: Ps 33 (32), 1-2.4-5.18-19 (R: 22)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 6, 16-21
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In der Lesung hören wir, dass es auch in der Urgemeinde bei allem guten Willen immer wieder Probleme gab. Je größer die Gemeinde wurde, umso mehr veränderten sich auch die praktischen Erfordernisse. Es ist das Prinzip des Wachstums, der Veränderung, die aus der Wurzel treibt, wächst, blühen und Früchte bilden will, um in stetiger Erneuerung weiter zu wachsen. 
Das geht nicht, wenn man fatalistisch die Wurzeln abtrennt, es geht aber auch nicht, wenn man jeden neuen Trieb abschneidet und jede Blüte abzupft oder versucht, sie vorzeitig zu öffnen. Auch die Früchte schmecken erst in der Reife und wollen zur rechten Zeit geerntet werden. 

Nie sollen wir voreilig sein oder zu spät - sondern den Willen Gottes zur rechten Zeit in Demut und Gelassenheit erkennen und dann tun, was angemessen ist. 
Die Apostel bedauern nicht übermäßig und lange und sie fürchten auch nicht künftige Probleme, die entstehen könnten, wenn das, was jetzt beschlossen wird, vielleicht dann eines Tages auch nicht mehr ausreichen mag.

Montag, 8. April 2013

25. März - Verkündigung des Herrn (wird dieses Jahr wegen Osterzeit am 08.04. gefeiert)

Und das Wort ist Fleisch geworden 

25. März - Verkündigung des Herrn

1. Lesung:       Jes 7, 10-14
Antwortpsalm: Ps 40 (39), 7-8.9-10.11 (R: vgl. 8a.9a)
2. Lesung:       Hebr 10, 4-10
Evangelium:    Lk 1, 26-38
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In der ersten Lesung wird der "Immanuel - Gott mit uns" angekündigt. 
Gottes Zeichen, das König Ahas mit einer fromm klingenden Begründung nicht haben will, ist etwas so Großes, dass es unendlich über den Augenblick hinaus reicht, in dem ein König und ein Prophet stehen. Gott spricht zum König von Juda durch den Propheten Jesaja - aber es geht hier nicht um den König, sondern darum, dass dem König ein Auftrag Gottes erteilt wird, der nicht erfüllt wird.
Der König tut so, als wäre es fromm und demütig, Gott um nichts zu bitten. In Wirklichkeit offenbart sich hier jedoch eine seltsame Form von Ungehorsam und furchtbarem Stolz, der sich doch tatsächlich anmaßt, nichts von Gott zu brauchen, nichts nötig zu haben, kein Zeichen erbitten zu müssen, obwohl er von Gott selbst dazu aufgefordert wird.
Was für eine Haltung, die Gott widersteht und nicht bittet - sondern sich auch noch anmaßt, selbst entscheiden zu können, was die Bitte Gottes, der Auftrag Gottes wert ist. 
Ahas will nicht bitten! Das ist furchtbar, denn er nimmt sich selbst so unglaublich wichtig, dass er vergisst, dass er vor Gott steht als König, der in seiner Brückenfunktion zwischen Gott und dem Volk weit mehr tun muss, als nur sich selbst zu erklären.
Ahas will nicht bitten! Das ist furchtbar, denn er weigert sich damit in seinem Königtum einen Akt zu setzen, den Gott von ihm verlangt, um dem ganzen Volk etwas zu schenken. 
Ahas behauptet, dass es in seiner Macht stünde, Gott auf die Probe zu stellen (was er aber nicht will) und er vergisst dabei völlig, dass Gott es ist, der die Demut von ihm fordert, zu bitten!

Kennen wir das nicht auch?
Mit frommen Sprüchen können wir begründen, warum wir Gottes Gebot nicht folgen und seinem Auftrag nicht nachkommen! 
Mord ist falsch - aber wenn man da "Nächstenliebe" üben kann und ein behindertes Kind und seine Eltern vor so unglaublich viel "hypothetischem Schmerz und Leid" bewahren kann, ... dann ist Morden doch ein Akt der Nächstenliebe. 

Donnerstag, 21. März 2013

5. Woche der Fastenzeit - Freitag

Wir sehen, was wir anschauen und was wir schauen wird uns prägen

5. Woche der Fastenzeit - Freitag
1. Lesung:       Jer 20, 10-13
Antwortpsalm: Ps 18 (17), 2-3.4-5.6-7b.7cdu. 20 (R: vgl. 7)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 10, 31-42
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Die Lesungen konzentrieren sich nun immer mehr auf die Vorausbilder und Ankündigungen der Passionsereignisse.
Die Worte Jeremias zeugen heute von der tiefen Not des Propheten, von seiner Bedrängnis und vor allem von seinem Blick auf Gott, den er niemals verliert. 

Heute soll der Focus auf den letzten Satz gelenkt sein: "Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter."
Jeremia weiß sich von Gott geprüft und setzt sein ganzes Vertrauen allein auf Gott. Entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, entgegen aller Gefahr spricht er davon, dem Herrn zu singen und Gott zu rühmen. Gottes Prüfung und Gericht will er standhalten können, nicht dem Urteil der Menschen. Vor Gott sucht er Rechtfertigung und nicht vor denen, die ihn verklagen. Jeremia ist vom "Grauen" umgeben und doch weiß er sich ganz und gar in Gottes Hand und voll vertrauen bleibt er dabei - er verpflichtet sich allein Gottes Wort, egal, was es ihm auch einbringen mag. Gott allein vertraut er sich an und findet über allem "Grauen ringsum" den Lobgesang auf Gott. 

Wie ist das bei uns?
Freilich dürfen wir auch unsere Not und Klage vor Gottes Angesicht tragen - aber wir bleiben oft nur dabei stehen und versäumen den letzten Schritt, den uns Jeremia aufzeigt: Das Lob Gottes, der Ruhm Gottes, das Vertrauen auf ihn und der tiefe, unerschütterliche Glaube, dass Gott helfen wird und dass wir das erleben dürfen, wenn wir alles dem Herrn anvertrauen.

So desolat und furchtbar die Situation des Propheten auch ist, so schrecklich verraten und verkauft er sich fühlt, so sehr die Gefahr greifbar nahe ist und Drohungen ihn umgeben ... er hält daran fest, dass Gott größer ist, dass Gott ihm Recht verschaffen wird, dass Gottes Weg ein guter Weg ist, dass Gottes heiligster Wille immer, immer, immer gut und heilig ist - egal, wie sich alles im Augenblick darstellen mag.
Das ist eine so mächtige Lehre für uns heute, dass man dabei verweilen sollte und es tief ins Herz fallen darf. 

Montag, 18. März 2013

19. März - Hochfest Heiliger Josef

Mann Gottes, Hirte, Hüter, Wächter, ... bitte für uns!  

19. März - Hochfest Heiliger Josef (Bräutigam der Gottesmutter Maria) 

1. Lesung:       2 Sam 7, 4-5a.12-14a.16
Antwortpsalm: Ps 89 (88), 2-3.4-5.27 u. 29 (R: Lk 1, 32b)
2. Lesung:       Röm 4, 13.16-18.22
Evangelium:    Mt 1, 16.18-21.24a oder Lk 2, 41-51a
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König David wird heute das ewige Königtum in seinen Nachkommen verheißen. Hier kündigt Gott nicht nur David sondern allen Menschenkindern die unfassbare Gnade an, dass wir in seinem Sohn Jesus Christus alle wieder Königswürde erlangen dürfen, dass wir die Würde der Gotteskinder empfangen dürfen, weil der "ewige König" - der Herr - uns Vater sein will, im "ewigen Sohn".
"Ich will ... Vater sein und er wird ... Sohn sein."
Ewig wird das Königtum bestehen, denn ewig ist der Thron, auf dem diese Würde herrscht.
Der Heilige Josef, dessen Hochfest wir heute feiern dürfen, ist aus der Blutlinie Davids. Josef ist ein Mann nach dem Herzen Gottes und ist gewürdigt, der Pflegevater Jesu und der Hüter der jungfräulichen Mutter des Herrn zu sein.
Wenn wir den Heiligen Josef heute im Licht dieser Lesung betrachten, strahlen uns große Geheimnisse entgegen. 
David - ein Sohn Adams - ist der "Vor-König" - aus dessen Linie der "Ewige König" geboren wird.
David - ein Sohn Adams - ist der "Vor-Vater" dessen, der die Vaterstelle Gottes am Sohn des Ewigen vertreten darf!
David - ein Sohn Adams - bekommt die Verheißung stellvertretend für alle Menschen, dass die Königswürde des Menschen nicht vergeht, sondern in der Gottesherrschaft vollendet werden darf und aus seiner Blutlinie geht der Mann des Glaubens und des Gehorsams hervor, der die Frau des Glaubens und des Gehorsams anvertraut bekommt.

Josef - Sohn Davids - Sohn des Adam!

Samstag, 16. März 2013

4. Woche der Fastenzeit - Samstag

Weisheit und Vorurteil 

4. Woche der Fastenzeit - Samstag

1. Lesung:       Jer 11, 18-20
Antwortpsalm: Ps 7, 2-3.9-10.11-12 (R: vgl. 2a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 7, 40-53
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Jeremia ist ein prophetisches Bild für den Erlöser. Gott offenbart ihm, dass man ihm nach dem Leben trachtet. Er erkennt, was heimlich gegen ihn geplant ist. 
Die beinahe tragische Gestalt des Jeremia zeugt dennoch von ungebrochener Hingabe und einer letztlich arglosen Dienstbereitschaft, die immer hofft und Gottes Recht im Volk eine Stimme verleihen will. 
Jeremias Leben ist ein einziges Opfer für die Wahrheit und Gerechtigkeit, denn er muss unglaublich viel Unrecht und Niederlagen erdulden. Sein Alltag ist erfüllt mit Enttäuschung, Verrat und tiefem, inneren Schmerz, der darin besteht, zwischen Gott und dem Volk zu stehen, das halsstarrig und uneinsichtig, ja böse und hinterhältig ist.
"Der Herr ließ es mich wissen, und so wusste ich es; damals ließest du mich ihr Treiben durchschauen. Ich selbst war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird"
Im Bild des Lammes leuchtet heute Christus auf, der Unschuldige, das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt. 

Dienstag, 12. März 2013

4. Woche der Fastenzeit - Mittwoch

Selbst die Toten werden hören 

4. Woche der Fastenzeit - Mittwoch

1. Lesung:       Jes 49, 8-15
Antwortpsalm: Ps 145 (144), 8-9.13c-14.17-18 (R: vgl. 8)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 5, 17-30
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Die Lesung eröffnet uns den Blick zur unüberbietbaren Gnade Gottes, der uns erhören will, wenn wir zu ihm rufen, zu ihm kommen. 
Gott spricht zum Propheten Jesaja und durch ihn zum auserwählten Volk. 
Die "Zeit der Gnade", von der hier die Rede ist - auch wir stehen mitten in dieser Zeit, die in Jesus Christus immer die "Fülle der Zeit" ist. Der Ruf des "Neuen Bundes" trifft Jesaja, ist im Erlöser vollendet und in der Teilhabe unserer Würde als Kinder Gottes gilt er der heiligen Kirche und jedem von uns im "Heute", die wir getauft sind auf den Namen Gottes. 
In uns soll "dem Land aufgeholfen sein", "das verödete Erbe des Menschen neu verteilt" werden, sollen "die Gefangenen von den Ketten der Sünde und der Knechtschaft des Bösen befreit" werden und sollen alle, die in der "Finsternis" warten, ans Licht kommen!

Es ist der tiefste Sendungsauftrag der Kinder Gottes, der hier bereits vor Zeiten in diese Welt hinein ergeht und heute unser Herz erreichen will. 
Der Ruf des Propheten aus der Vorzeit hallt in seiner Glut bis in das "Heute" unseres Lebens, um Gottes Willen zu verkünden.

Was aber ist das Land, das verödete Erbe? 
Wer sind die Gefangenen, die in der Finsternis sind?
Es ist zuerst unser eigenes Herz und dann die Herzen all derer, die Gott heim rufen will, in sein wunderbares Licht und in die volle Gemeinschaft mit ihm. 

1. Zuerst sind wir gerufen, uns von Jesus Christus im "Neuen Bund" der Taufe retten und heilen zu lassen. 
Der Herr will uns aufhelfen, wo wir in Sünde fallen. 
Er will das "Land unseres Lebens, unserer Seele" wieder neu in Besitz nehmen und an die Tugenden verteilen, dass sie darin als gute Verwalter herrschen, wo zuvor die Sünde alles verwüstete und veröden ließ.
Gott will das "Land" unseres Herzens wieder neu ordnen, unsere Leidenschaften wieder aus der Verwilderung der Willkür und des Egoismus zurück führen in ein "Land", das kraftvoll und fruchtbar das Heilige, das Gute und die Gerechtigkeit kultiviert. 
Unser Herz soll wieder den Reichtum der Gnade kennen lernen, das "verödete Erbe" soll neu aufblühen, unter der Herrschaft der Gnade und der Gerechtigkeit aus dem Blut des Lammes. 

Donnerstag, 28. Februar 2013

Glockenläuten zum Abschied

© Michaela Voss
Die Glocken werden hier im Blog von 17.00 Uhr bis 20.15 Uhr digital läuten 
um GOTT zu ehren, DER uns in Papst Benedikt XVI einen so guten, demütigen und treuen Hirten geschenkt hat 
und als Lob des Vertrauens, dass der HERR SEINE Kirche niemals verlässt und für sie sorgt, als Haupt in Ewigkeit.

Vergelt's GOTT Heiliger Vater! Ewig vergelt's GOTT!



Diese wunderbare Idee stammt von den Bloggerkollegen Predigtgärtner und www.geistbraus.de



Nach 20.15 Uhr, wenn die automatischen Glocken abgeschaltet sind,
 kann man selbst nochmals die Glocken von St. Peter läuten lassen:


http://youtu.be/1Ecj2VChOIY

Montag, 25. Februar 2013

2. Wo. Fastenzeit - Dienstag

Leben als Fledermaus oder Gotteskind 

Foto: © Michaela Voss

2. Woche Fastenzeit - Dienstag

1. Lesung:       Jes 1, 10.16-20
Antwortpsalm: Ps 50 (49), 8-9.16b-17.21 u. 23 (R: 23b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Mt 23, 1-12
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Hören wir die heutige Lesung einmal in unsere Zeit hinein gerufen: 
"Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom", ihr Bischöfe, Hirten und ihr Politiker
Hört das Wort Gottes und schaltet den Lärm der Schreihälse um euch ab, die euch nur von Gott ablenken und nur verlangen, was die Menschen wollen und die es nicht interessiert, was Gott will!
Hört das Wort Gottes, ihr Mächtigen, Ihr Bischöfe, Hirten und Politiker und achtet darauf, was Gott von euch erwartet, nicht zuerst, was die Leute, die Medien, die Welt ... von euch erwarten!

"Vernehmt die Weisung Gottes, du Volk von Gomorra": ihr Bundesbürger Deutschlands ... ihr Menschen dieser Welt! 
Hört hin und fragt nach Gottes Weg und wie ihr Gott dienen sollt - statt immer nur zu schreien, was sich alles ändern soll, damit euch alles dienstbar sein könnte, sogar Gott, der Gottesdienst, die Arbeit ... 
Vernehmt Gottes Weisung und lernt als Menschen einander zu dienen und nicht nur zu fordern. Hört auf Gottes Wort, damit ihr begreift, welche Veränderungen nötig sind, damit ihr wirklich leben könnt ...!

"Wascht euch, reinigt euch!" 
Geht beichten und bekennt vor Gott eure Sünden, damit ihr im Blut des Lammes rein gewaschen werdet. Hört auf, mit euren Ausreden und Argumenten den Sündengestank zu rechtfertigen! Hört auf, das verseuchte Wasser der allein weltlichen Interessen zu trinken und dann im Fieber dieser Infektion irren Träumen nachzuhängen.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Das Neueste


Seit dieser Woche läuft der PC endlich zum ersten Mal seit Monaten (meist) stabil.
DEO GRATIAS!

Neues, angepeiltes Zeil für die Wiederaufnahme der Betrachtungsserie ist in etwa der Beginn der Fastenzeit (vorausgesetzt, dass bis dahin die beruflich, angestaute Arbeit großteils aufgearbeitet werden konnte. 

Im Gebet verbunden.
M. V.

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Bis dahin dürfen wir aber auch schon auf unsere diesjährige Gebetsinitiative "33 Tage für das Leben 2013" hinweisen und unser Video dazu vorstellen. Wenn wir das Wort Gottes ernst nehmen, dann wird uns die Not der Kleinsten nicht gleichgültige sein, denn Jesus sagte heute (31.Jan / DonBosco) im Evangelium: "Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf." (Mt 18,5) 
Einen ausführlicheren Artikel dazu findet man im BLOG von Jahr des Glaubens - HIER.
bwz. der Homepage
Es würde uns freuen, wenn sich dieses Jahr wieder viele Leute - besser noch viel mehr Leute - beteiligen wollten und man es weitersagt ... Hier der Link: http://youtu.be/QqrBZHFsETs

Dienstag, 11. Dezember 2012

Advent 2. Woche - Dienstag

Trost im liebenden Arm 

Advent 2. Woche - Dienstag

1. Lesung:       Jes 40, 1-11
Antwortpsalm: Ps 96 (95), 1-2.3 u. 10ac.11-12.13 (R: vgl. Jes 40, 10)
2. Lesung:       
Evangelium:    Mt 18, 12-14
Direkt zum      Schott-Messbuch

Die heutige Lesung gehört zu den schönsten Stellen der heiligen Schrift, denn in ihr hören wir die eindringliche, liebevolle und zärtliche Stimme Gottes. Der Prophet wird zum sanften, sehnsuchtsvollen Ruf des ewigen Vaters, der in großem Mitleid und rührendem Erbarmen bis in unsere Zeit hinein, bis in unser persönliches Jetzt klingt. In einer Welt, die täglich voller grausamer Schlagzeilen, voller Katastrophenmeldungen, Anklagen und Elend ist, ruft der Prophet die heilsamen Worte der Verheißung hinaus in den Strom der Vergänglichkeit. Er kündet vom unvergänglichen Plan des Heiles, von der zarten Liebe des Schöpfers und des göttlichen Herzens - hinein in das Dunkel der Welt. "Tröstet, tröstet mein Volk ... Redet Jerusalem zu Herzen."

Wie unbegreiflich und berührend ist doch diese ewige Güte, die sich nach Trost für das Geschöpf sehnt, das sich selbst verstümmelt und selbst quält, in der Folge der Sündenschuld, die Tod und Elend bringt. 
Gott ist nicht der stumme Zuschauer, der strafend jeden Widerspruch niederschmettern und niederzwingen will, ... wo der Ungehorsam und die Sünde alles verdunkeln ...!
Gottes Herz ist voll Mitleid, voll Sehnen nach der Heilung für all diese tiefsten Wunden seines geliebten Geschöpfes.

"Tröstet, tröstet mein Volk ..." 
Dieser Ruf fordert auch uns auf, dass wir zum Trost für die Welt werden - in Gottes Namen. 

Hier geht es nicht nur darum, dass wir selbst auf Trost hoffen dürften, sondern das ist ein mächtiger Auftrag für ein priesterliches, prophetisches Volk von Erben, zu dem wir in der Heiligen Taufe geworden sind. 
Es ist der Aufruf Gottes heute an uns, dass auch wir Tröster werden!
Es ist der göttliche Ruf, dass wir den Menschen in Gottes Namen, in der Kraft des Heiligen Geistes und in der Vollmacht des göttlichen Wortes zu Herzen reden und die Erlösung verkünden!
Gott ruft uns, dass wir sein Volk trösten sollen!

Wir sind es, die nicht zu Dienern des Anklägers werden sollen, sondern zum Trost Gottes in dieser Welt.
Wir sind es, die nicht nur jammern und klagen sollen, sondern trösten und ermutigen in Gottes Namen.
Wir sind es, die nicht nur für sich etwas beanspruchen und haben wollen, sondern die aus der Fülle der Liebe Gottes empfangen, um weiter zu schenken, wo die Not am größten ist.
Wir sind es, die nicht den düsteren Prognosen und Statistiken wie Göttern huldigen dürfen, sondern die in gesundem Realismus der Realität der Gnade den Vorrang geben und immer mit Gottes Hilfe rechnen, wo die Welt nur Berechnungen ohne Wunder kennt.
Wir sind es, die gegen alle Verzweiflung und Wunden, gegen alle Sündenfolgen und alle Wüsten dieser Welt den heiligen Trost, die begründete Hoffnung auf Heil und den Plan der Erlösung verkünden dürfen.

Montag, 10. Dezember 2012

2. Adventssonntag C

Königsgewänder, Dank und der Ruf in der Wüste

2. Adventssonntag C

1. Lesung:       Bar 5, 1-9
Antwortpsalm: Ps 126 (125), 1-2b.2c-3.4-5.6 (R: 3)
2. Lesung:       Phil 1, 4-6.8-11
Evangelium:    Lk 3, 1-6
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Schmuck und Herrlichkeit statt Trauer und Elend - das ruft der Prophet Baruch über die Zeiten hinweg bis hinein in unsere heutige Gottesdienstgemeinde. Bekleidet mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott für immer verleiht - was ist das für ein kostbares Bild! In der heiligen Taufe haben wir Christus als Gewand angelegt, haben das Leuchten des göttlichen Angesicht neu empfangen und sind mit dem Gewand der Gnade überkleidet worden. (vgl. Gal 3,27)

Unsere Gerechtigkeit ist im Blut des Lammes begründet und hüllt uns wie ein Mantel ein, so dass wir umfangen sind, geborgen, bedeckt, bekleidet, angetan, wie mit einem mächtigen Schild und vor allen Angriffen des Anklägers geschützt. 
Wo im Paradies die Scham über die Nacktheit den Menschen vor Gott und voreinander in Anklage, Undankbarkeit und Angst flüchten ließ - wird nun Gottes Gnade wieder zum heiligen Gewand, das gleichsam von innen nach außen fließt und die Herrlichkeit der Ebenbildlichkeit umstrahlt unser Sein. 
Keine "äußere Hülle" wie erbärmliche Feigenblätter - aus der Schöpfung entliehen oder gestohlen ... muss mehr verbergen und bedecken, was zerbrochen und verdunkelt zur Scham des Verlustes wurde, was ersetzen soll, was durch die Sünde den Glanz der Vollkommenheit und Gabe verloren hat.
Der Mantel der göttlichen Gerechtigkeit ist ein "Gewand", das von innen her mächtig leuchtet, das gleichsam von innen her alles mit dem Strahlen der Herrlichkeit Gottes erfüllt und uns als Kinder Gottes erscheinen lässt. Er ist weniger ein Mantel, der bedeckt, sondern vielmehr eine Offenbarung des Herrn, der uns umgibt und erfüllt, in dem wir leben dürfen und der in uns sichtbar ist.
Der Mantel der göttlichen Gerechtigkeit ist der Schutz, der uns vor dem Bösen abschirmt und darum innen beginnt, und uns bis ins Äußerste durchdringt. 
Jesus selbst sagt uns, dass nicht unrein macht, was von außen eindringt, sondern dass die Unreinheit und Verlorenheit im Innersten des Menschen beginnt, in seinen Gedanken und seinem Wollen, das durch verbotene Erkenntnis und Verindung alles vergiftet. (vgl. Mk 7,15) 
Darum ist der Mantel der Gerechtigkeit wohl auch weniger etwas, was uns von außen her nur Mängel abdecken oder abschirmen hilft, als vielmehr von innen heraus Freiheit und Würde offenbart.