Evangelium-vom-Tag.de

Tägliche Betrachtung zu den liturgischen Tageslesungen.
(Ein kleines Projekt zur Neuevangelisierung - nicht nur im Jahr des Glaubens)
Das Angebot richtet sich an Menschen, die dem Wort Gottes eine angemessene, längere Zeit widmen möchten - es ist also kein schnelles "Mc-Evangelium" im "Fastfood-Trend", sondern will zu intensivem Betrachten anregen. Die Gedanken hier sind dabei nur anfanghafte Impulse zum tieferen Eintauchen in den Reichtum des Wortes Gottes.
Gottes Segen allen Besuchern.

Auf vielfache Bitten hin haben nun die Vorbereitungen begonnen, die fortlaufenden Betrachtungen in Buchform zu fassen und für den Druck aufzubereiten. Aus Urheberrechtsgründen sind daher nur nur noch Leseproben hier veröffentlicht. Voraussichtliches Erscheinungsdatum des ersten Bandes ist noch nicht festgesetzt.

Montag, 25. Februar 2013

2. Wo. Fastenzeit - Dienstag

Leben als Fledermaus oder Gotteskind 

Foto: © Michaela Voss

2. Woche Fastenzeit - Dienstag

1. Lesung:       Jes 1, 10.16-20
Antwortpsalm: Ps 50 (49), 8-9.16b-17.21 u. 23 (R: 23b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Mt 23, 1-12
Direkt zum      Schott-Messbuch

Hören wir die heutige Lesung einmal in unsere Zeit hinein gerufen: 
"Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom", ihr Bischöfe, Hirten und ihr Politiker
Hört das Wort Gottes und schaltet den Lärm der Schreihälse um euch ab, die euch nur von Gott ablenken und nur verlangen, was die Menschen wollen und die es nicht interessiert, was Gott will!
Hört das Wort Gottes, ihr Mächtigen, Ihr Bischöfe, Hirten und Politiker und achtet darauf, was Gott von euch erwartet, nicht zuerst, was die Leute, die Medien, die Welt ... von euch erwarten!

"Vernehmt die Weisung Gottes, du Volk von Gomorra": ihr Bundesbürger Deutschlands ... ihr Menschen dieser Welt! 
Hört hin und fragt nach Gottes Weg und wie ihr Gott dienen sollt - statt immer nur zu schreien, was sich alles ändern soll, damit euch alles dienstbar sein könnte, sogar Gott, der Gottesdienst, die Arbeit ... 
Vernehmt Gottes Weisung und lernt als Menschen einander zu dienen und nicht nur zu fordern. Hört auf Gottes Wort, damit ihr begreift, welche Veränderungen nötig sind, damit ihr wirklich leben könnt ...!

"Wascht euch, reinigt euch!" 
Geht beichten und bekennt vor Gott eure Sünden, damit ihr im Blut des Lammes rein gewaschen werdet. Hört auf, mit euren Ausreden und Argumenten den Sündengestank zu rechtfertigen! Hört auf, das verseuchte Wasser der allein weltlichen Interessen zu trinken und dann im Fieber dieser Infektion irren Träumen nachzuhängen.

Empfangt im Sakrament der Versöhnung die Reinheit und den Duft der Heiligkeit. 
Lasst euch doch von all dem klebrigen, stinkenden Schmutz eurer Sündengewohnheiten befreien. Dann "stinkt" euch auch nicht ständig alles, denn ihr merkt ja kaum noch, dass ihr selbst genauso übel seid, wie all die, die ihr so gerne beschimpft und kritisiert!

"Lasst euch reinigen! Lasst ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun!"
Wisst ihr denn noch, was Gut und was Unrecht ist? Lasst ihr euch denn noch sagen, was Gut und Böse unterscheidet? Orientiert euch wieder am Gebot Gottes und nicht an selbst -gebastelten Moral- und Ethikkonstrukten. Hört wieder auf Gott und korrigiert eure Werte.

"Lernt, Gutes zu tun!" 
Lernen dürft ihr, denn ihr habt vergessen oder noch gar nicht begriffen, was gut und heilig ist, weil bisher immer galt, was dem Egoismus nützlich sein soll, weil ihr von der Welt in die Irre geführt wurdet und euch selbst das Böse noch schön geredet habt. 
Lernt es wieder, übt es ein. Lasst euch nicht entmutigen, wenn es dauert, wenn es anstrengend ist, wenn es eben "Lernen" bedeutet. 
Lernt einfach - lernt Gutes zu erkennen, zu wollen und auch zu tun!

"Sorgt für das Recht" - für das Recht Gottes und nicht nur für eure eigenen Ideen und Rechthabereien! Sorgt dafür, dass es um das Recht Gottes geht und nicht um fadenscheinige Rechtfertigungen all der Sünden und Übertretungen der heiligen Gebote Gottes! Sorgt für das Recht Gottes und nicht für die Selbstrechtfertigung und den Schein des angeblich "guten Willens" mit dem man alles und jedes begründet und sogar den Mord am Menschen verstehbar und gesellschaftsfähig macht!

Helft den Unterdrückten, denen die sich um Gottes Ehre und sein Gebot mühen und die man versucht, still zu halten, denen man das Wort verbietet und die man totschweigt. 
Helft mit Wort, Tat und Gebet all denen, die in schwerster Unterdrückung der Sünde leben, denn diese Knechtschaft ist die Schlimmste - da sie die Ewigkeit bestimmen kann und nicht nur den Augenblick! 
Helft den Kindern, wieder die Gebote Gottes zu kennen, damit sie der Unterdrückung eines rein triebhaften, unmenschlichen Lebens entkommen lernen! 
Helft den Unterdrückten, die durch die Sünde Anderer geknechtet sind und tretet für Recht und Gerechtigkeit Gottes mutig ein, ohne nur um die eigene Haut zu fürchten! 
Lernt, was es bedeutet, füreinander das Leben hinzugeben, statt die Lebenskraft des Anderen zu stehlen in eurem sündhaften Streben nach Genuss, egozentrischen Zielen und der Einsamkeit der falschen Autonomie ...! 

Verschafft den Waisen Recht - Verschafft den Waisen Recht, die die Vaterschaft Gottes und die Mutterschaft der Kirche Gottes nicht mehr kennen, die in letzter, innerer Einsamkeit und Verlassenheit durch diese Welt taumeln und nicht wissen, wo ihr ewiges Zuhause ist!
Verschafft den Waisen Recht - Tretet ein für die Millionen von Kindern, deren Eltern sie nicht mehr haben wollen, die ihre eigenen Kinder töten - schon im Mutterleib! 
Millionen Kinder sind verwaist - verstoßen - vergessen - ohne jede Geborgenheit oder Liebe!
Verhelft den ärmsten Waisenkindern dieser Welt zum Recht - all den ungezählten, vergessenen Embryonen in den Tiefkühleinheiten der Fertilisationseinrichtungen und in den Forschungslabors. 
Helft den eingefrorenen Völkern von "Waisenkindern", die keine "Eltern" haben, weil sie nur als "Vorrat", als "Überschuss", als "Forschungsobjekte", als potenzielles "Schwangerschafts-versuchsmaterial" oder einfach vergessen zu einer grauenhaften Existenz verurteilt sind, die ihnen weder erlaubt zu leben, noch zu sterben - und das oft über Jahrzehnte!

Hört das Wort des Herrn, ihr Bischöfe, Hirten, Politiker und jeder einzelne Bürger dieser völlig aus den Fugen geratenen Welt "Sodom und Gomorra der Gegenwart"!
Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns Recht hat, spricht der Herr.

Und dann ruft Jesaja weiter das unfassbaren Erbarmen Gottes über alle aus:
"Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden, wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle. Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes genießen."

Wie unbegreiflich ist Gottes Verheißung - angesichts der Schuld und des Irrsinns, der über uns herrscht. 
Gott spricht aus, was die Folge unserer Umkehr wäre. Er verheißt uns keine Bonbons als Belohnung oder als Bestechungsversuch, um uns subtil zu zwingen, dass wir tun, was er will. 
Gott sagt, was IST! 
In der Umkehr und im neuen Leben in Gottes Recht und Gebot liegt naturgemäß in Folge ein Leben aus der Fülle der "Erträge der Gerechtigkeit"! 
In einem Leben im heiligen Gesetz Gottes liegt natürlicherweise auch der volle Genuss des "Ertrages des Landes - Gottes Erbbesitz" in Heil, Friede und Glück!

Darum ist der letzte Satz der heutigen Lesung keine Drohung, sondern mehr eine schmerzerfüllte, sehnsuchtsvolle Feststellung Gottes, der unser Heil will: "Wenn ihr aber trotzig seid und euch weigert, werdet ihr vom Schwert gefressen." 
Man kann in diesen Worten Jesus im Ölgarten ringen sehen, der die Todesangst dieser Sünden-Folgen in Vollkommenheit auf sich genommen und durchlitten hat, damit wir davon befreit werden können! 
Hier ist Jesus im Ölgarten, im Blutschweiß, in Todesangst und bereits von innen her verwundet, denn unser Trotz, unsere Weigerung ... das ist das Grausamste, was es geben kann - denn es macht die Erlösung unmöglich!
Alle Liebe, alles Erbarmen, aller Schmerz, alle Sehnsucht, ... alles ist umsonst, was Gott für uns tut und uns anbietet, wenn wir im Trotz verharren, in der Weigerung!

Werden wir Gottes schmerzerfüllten, liebenden, sehnsuchtsvollen Worten Aufmerksamkeit schenken und umkehren? 
Werden wir uns im Blut des Herrn versöhnen lassen? 
Werden wir Gottes Liebe und sein Heil haben wollen, annehmen wollen, uns davon umgestalten lassen und erneuern?

RUF VOR DEM EVANGELIUM (Vers: Ez 18, 31)
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - R
(So spricht Gott, der Herr:) Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt!
Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!


Foto © Michaela Voss 
Im Heiligen Evangelium unterscheidet Jesus zwischen Autorität und Amtsvollmacht und der Person, die diese ausübt.
Die klare Weisung Jesu fordert zu absoluten Gehorsam gegenüber der Amtsvollmacht der Schriftgelehrten und Pharisäer auf, warnt jedoch gleichzeitig davor, diesen Anspruch mit der persönlichen Glaubwürdigkeit stehen oder fallen zu lassen.
In den Worten der hl. Katharina von Siena hört sich das folgendermaßen an: „Und selbst wenn der Papst ein fleischgewordener Teufel wäre, statt eines gütigen Vaters, so müssten wir ihm dennoch gehorchen, nicht seiner Person wegen, sondern Gottes wegen. Denn Christus will, dass wir seinem Stellvertreter gehorchen.“ – Brief 207 (Quelle)
Man muss nicht alles gut-heißen, was unsere Hirten und Verantwortlichen tun - aber es ist nicht erlaubt, sie zu entwürdigen - um der Ehre Gottes Willen - und das ist es, was heute fast überall vergessen scheint!

Um der Ehre Gottes Willen - das sollten wir uns merken!

Jesus weiß um die Neigung des Menschen, immer alles in "Schwarz-Weiß" zu betrachten und kennt die Unfähigkeit in uns, die Gerechtigkeit Gottes zum Maß zu nehmen.
Er zeigt den Aposteln in seinen Beispielen auf, wovor sie sich hüten sollen, denn was wir bei anderen so leicht kritisieren, ist doch bei uns meist auch nicht weit entfernt und sobald wir die Gelegenheit dazu bekommen, werden wir denen gleich, die wir vorher so sehr verachten und verurteilen wollten. 

Die Hauptaussage in diesem Evangelium beleuchtet die Würde Gottes, die allein der Urgrund aller Würde und Autorität sein soll und der man nichts vorziehen darf.
Jesus verbietet hier nicht (wie fälschlicherweise manchmal ausgelegt), dass wir einen Menschen "Vater" nennen, sondern dass wir die wahre Vaterwürde Gottes niemals hintanstellen, sondern jede Vaterschaft oder Mutterschaft allein ihre Würde und ihre Autorität in der Vaterschaft Gottes hat. 

Wir begreifen oft viel zu wenig, was es bedeutet, dass Gott unser Vaters sein will. Wir nehmen das als Selbstverständlichkeit mehr oder weniger nur noch am Rande wahr - dabei ist es der ewige Unterschied unserer ewigen Existenz und nicht nur ein simpler Begriff, der uns kaum berührt!
Gottes Vaterliebe allein ist unser Lebensgrund und die Vollendung unseres Lebens findet allein darin ihre ewige Seligkeit und Verwirklichung, dass wir Kinder des "EINEN VATERS" sein dürfen!
Die heiligen Engel fallen staunend und anbetend gleichsam auf die Knie, wenn sie schauen dürfen, wie unfassbar bevorzugt und erhoben wir sind, weil wir nicht Knechte sind (wie sie) sondern Kinder! (vgl. Joh 15,15; Röm 8,16)

Wir leben oft wie die Fledermäuse - hängen mit dem Kopf nach unten und glauben fest daran, dass die Welt auf dem Kopf steht! 
Unsere Perspektive scheint so, als würde der Himmel unten und die Erde ganz oben sein! Die Erde ist für uns "übergeordnet" und der Himmel "untergeordnet" - eben "Fledermaus-Perspektive".
Das Licht Gottes lässt uns schnell einen dunkle Höhle suchen und einschlafen. 
In der Nacht schwärmen wir aus und orientieren uns am "Echo unserer Umwelt".
Wir sind gebunden an das Echo der Welt, der Zustimmung oder Ablehnung von menschlichen Instanzen. Wir leben in der Dunkelheit und haben ein feines "Radarsystem" für das Echo - aber wir kennen die Wahrheit des Lichtes kaum - das fliehen wir.
Jesus will uns aus unserem "Fledermaus-Dasein" in die Herrlichkeit der Engel des Himmels führen, die immer im Licht Gottes die Wahrheit in vollkommenster Weise schauen und nicht nur an das Echo gebunden sind - im Gegenteil! Im Himmel werden wir zum Echo der Liebe Gottes!
Wir werden nicht mehr nur etwas von Gott im Echo ertasten, sondern wir selbst werden lebendiges Echo seiner Herrlichkeit sein und werden sein, wie er, weil wir ihn schauen dürfen, wie er ist! (1Joh 3,2)

Darum sollen wir dem Amt gehorchen, denn Gott segnet diesen Dienst - auch wenn die Träger ebenso erlösungsbedürftig wie wir sind. 

Mit der hl. Katharina wollen wir um Gottes Willen Ehrfurcht und Respekt haben - und für den verantwortungsbeladenen Menschen Erbarmen kennen und in Fürbitte lieber unser Leben hingeben, als in mörderischer Kritiksucht zu versinken.


Gebet:
Allmächtiger, ewiger HERR und KÖNIG!
Vergib uns unsere Schuld!
Mach uns rein von aller Sünde!
Hilf uns, erneuere uns, 
lehre uns das Gute erkennen und tun!
Lehre uns DEIN göttliches Recht 
und ewige Wahrheit,
damit wir, die wir aus Gnade
DEINE KInder werden durften,
Erbarmen haben mit den Waisen dieser Welt,
die DICH noch nicht VATER nennen!

DU bist der HEILIGE, GERECHTE und ERBARMER,
DU hast uns erlöst und befreit!
Wandle unser trotziges Herz,
heilige DEIN Volk, 
damit es DEINEN Namen ehrt 
in einer Welt die aus den Fugen zu brechen scheint!

Um DEINES Heiligsten Namens Willen
wollen wir neu Ehrfurcht lernen
vor DIR und voreinander - DEINETwegen,
denn DEIN Name ist über uns ausgerufen
und DU bist würdig, dass wir DICH loben!

DU allein bist RICHTER und ERLÖSER!
DU allein bist der HERR!
Wir aber wollen einander dienen und einander ehren,
damit DEINE Gnade nicht verloren ist,
die sich so demütig geneigt hat, 
um uns zu lehren, 
was Wahrheit ist und Recht!

Wir wollen einander Schemel werden,
um einander empor zu tragen,
vor DEIN Heiligstes Angesicht,
denn in DIR allein ist Heil und Rettung!

Wir wollen einander nicht erniedrigen,
sondern uns nach DEINEM heiligen Vorbild
einander unterordnen, 
um so in DEINER Kraft und Vollmacht 
im Geheimnis des Kreuzes
einander empor empor heben zu können, 
damit DU segnest, den wir tragen dürfen,
damit DU heilst, den wir vor DICH schleppen,
damit DU erneuerst, der zerschlagen am Boden lag
und dem wir uns neigen dürfen, 
um ihn zu DIR zu tragen, ...

HERR! JESUS CHRISTUS!
Lehre uns DIR nachfolgen
DIR ähnlich werden,
damit der VATER 
durch DICH
im HEILIGEN GEIST
verherrlicht ist,
denn würdig bist DU GOTT
allezeit würdig.
Amen.


© 26.02.2013 / 06.03.2012 Michaela Voss 
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Wo das Wort Gottes wohnt, ist der Glaube beheimatet!
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